Hochpreisphasen am Strommarkt – Historie
138 Tage mit Strompreisspitzen von über 150 € / MWh im Jahr 2026.

Update 12.06.2026
Trotz vorsommerlicher Temperaturen hat der Strompreis in den vergangenen sechs Wochen mehr als 20-mal die Marke von 150 Euro/MWh überschritten. In 12 dieser Fälle waren die Preisspitzen so ausgeprägt, dass zusätzliche Erzeugungskapazitäten voraussichtlich zu einer spürbaren Entlastung des Strommarktes und zu einer Reduktion des Gaseinsatzes beigetragen hätten.
Diese Zusammenhänge bleiben für viele Stromkunden wenig sichtbar: Preisspitzen im Strommarkt gehen regelmäßig mit einer erhöhten Gasverstromung einher. Vor dem Hintergrund einer angespannten LNG-Marktlage und angespannter internationaler Lieferketten ist dieser zusätzliche Gasbedarf energiepolitisch und volkswirtschaftlich relevant.
Mit Blick auf die kommenden Monate ist davon auszugehen, dass sich die Situation zuspitzen könnte. Insbesondere im Herbst, wenn Dunkelflauten häufiger werden und länger andauern, steigt das Risiko weiterer signifikanter Preisspitzen.

Update 19.03.2026
Die Gas- und Ölmärkte reagieren weiterhin äußerst sensibel auf die anhaltende Kriegssituation im Nahen Osten. Die erhöhte Sensibilität hält die Gaspreise auf hohem Niveau – und dieswirkt sich direkt auf deutsche Strompreise aus, die seit Anfang März bereits zehnmal die 150 € / MWh-Grenze überschritten haben. In den zurückliegenden sieben Tagen lag der Strompreis sogar an jedem einzelnen Tag über dieser Grenze.
Die aktuelle Situation zeigt deutlich: Der vorübergehende Einsatz von Netzreservekraftwerken könnte zur Preisdämpfung beitragen. Dazu bedarf es allerdings noch einer gesetzlichen Grundlage, um diese Anlagen bei Bedarf zeitlich begrenzt am Markt einsetzen zu dürfen.

Update 04.03.2026
Seit dem 1. März zeigt sich wieder deutlich, wie unmittelbar die geopolitische Lage den deutschen Strompreis beeinflussen kann. Im Februar lösten noch die bereits bekannten Dunkelflauten die drei großen Preisspitzen aus. Jetzt aber schlägt die insbesondere durch den Iran-Krieg erhöhte Nervosität am Gasmarkt durch – und die Tatsache, dass sich die verfügbaren LNG-Mengen innerhalb weniger Stunden verknappt haben.
Die Marktteilnehmer fokussieren auf die Lage im Nahen Osten: LNG-Tanker können derzeit die Straße von Hormus nicht passieren, wodurch Katar kein Gas in den Weltmarkt liefern kann. Zusätzlich haben erste LNG-Anlagen aufgrund iranischer Angriffe ihren Betrieb eingestellt. Für den Markt ist offen, wann sich die Lieferwege wieder stabilisieren. Diese Unsicherheit wirkt sich unmittelbar auf die Strompreise in Deutschland aus.
Ein vorübergehender Einsatz der Netzreservekraftwerke am Strommarkt würde Preise dämpfen und dazu beitragen, Gas einzusparen.
Update 20.01.2026
„An Fabian und Sebastian fängt der rechte Winter an.“ – so lautet die alte Bauernregel zum 20. Januar. Tatsächlich bringt ein Kältehoch aus dem Osten den Winter wieder stärker zurück. Durch die relative Windstille sinkt die Erzeugung der Erneuerbaren. Die Stromimporte steigen. Das kostet Geld und führt zu höheren Preisen. Die Ausschläge bei den Intraday-Preisen spiegeln sich nun auch immer stärker im Day-Ahead-Markt wider: Dort steigt der Preis in der Spitze auf über 276 Euro pro MWh. In den letzten 24 Stunden lag er zeitweise bereits dreimal über 250 Euro pro MWh. Das belastet vor allem die stromintensive Industrie.
Diese Entwicklungen unterstreichen: Wir brauchen marktdämpfende Instrumente, um Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie zu gewährleisten.
Update 08.01.2026
Die erste Januarwoche zeigt die Volatilität unseres Strommarktes: Während am 01.01. noch starker Wind für niedrige Preise sorgte, kam es am 05. und 06.01. trotz moderater Day-Ahead-Preise zu extremen Intraday-Spitzen von bis zu 1.000 €/MWh – ein klares Signal für die Notwendigkeit von Flexibilitätsoptionen. Am 08.01. liegt der Durchschnittspreis am Spotmarkt bereits über 150 €/MWh, während eine Kältefront mit Schnee Deutschland erfasst. Zudem sind auch an diesem Tag sind zum Teil wieder sehr hohe Preise am Intradaymarkt in einzelnen Stunden zu beobachten. Diese Entwicklungen unterstreichen: Wir brauchen marktdämpfende Instrumente, um Versorgungssicherheit und bezahlbare Energie zu gewährleisten.

