
Welche Entwicklungen prägen aktuell die Vermarktung von erneuerbaren Erzeugungsanlagen am stärksten?
Die Vermarktung erneuerbarer Energien hat sich vom früheren „Produce and Forget“-Prinzip zu einem aktiven, marktorientierten Geschäft entwickelt. Mit dem starken Ausbau von Wind- und PV-Anlagen beeinflussen erneuerbare Energien zunehmend die Preisbildung an den Strombörsen; Volatilität und sinkende Marktwerte nehmen zu.
Gleichzeitig ziehen sich EEG-Fördermechanismen weiter zurück, was Betreiber stärker in die eigenständige Vermarktung drängt. Erfolgsentscheidend sind heute ein ausgewogenes Erzeugungs- und Speicherportfolio aus unterschiedlichen Erzeugungstechnologien und Speicherlösungen, die direkte Stromlieferung bis zum Endkunden, sowie eine optimierte Vermarktung an Großhandels- und Flexibilitätsmärkten. Der Trend geht klar zu mehr Markt- und Kundenorientierung, hoher Flexibilität und digitalisiertem Vermarktungs- und Risikomanagement.

Welche neuen Anforderungen stellen Unternehmen an Preisstrukturen und Flexibilität in PPA-Verträgen?
Unternehmen wollen ihre Energieversorgung schnell dekarbonisieren und setzen verstärkt auf physische Grünstromversorgung statt reine Herkunftsnachweise. Dafür benötigen sie flexible Kombinationen aus PV-, Wind- und Biomasseprofilen sowie zunehmend Speicher. PPA-Produkte müssen diese Vielfalt abbilden und sich dynamisch an Unternehmensentwicklungen anpassen.
Gefragt sind „Schweizer Taschenmesser“-Lösungen, die Eigenverbrauch, PPA-Bezug und Überschussvermarktung verbinden. Gleichzeitig schränken bestehende Langfristverträge viele Industriekunden ein, hier besteht Bedarf an Übergangs- und Ergänzungsmodellen.
Auch Batteriespeicherlösungen gewinnen zur Optimierung der Strombeschaffung an Bedeutung, werden aber hinsichtlich ihrer Komplexität und Wirtschaftlichkeit nicht immer realistisch eingeordnet. „Behind-the-Meter“-Lösungen bieten hohes Potenzial, werden aber erst von wenigen Pionieren effektiv genutzt.
PV und Speicher als neuer Standard: Warum ist Co-Location der wirtschaftliche Rettungsanker für PV-Profile in der Zukunft?
Die Kombination aus PV-Anlage und Speicher ermöglicht es, mittägliche Überschüsse in Zeiten höherer Preise zu verschieben und damit den durch den PV-Ausbau sinkenden Marktwert abzufedern. Gleichzeitig bleibt der gespeicherte Strom eindeutig grün, ein Vorteil gegenüber anderen Speichervermarktungsmodellen.
Co-Location-Projekte lösen gleichzeitig zwei zentrale Herausforderungen:
Sie stabilisieren die Wirtschaftlichkeit von PV-Anlagen, indem Speicher die Einspeiseprofile marktgerechter machen und Erlösverluste bei Überangebot reduzieren. Gleichzeitig erhöhen sie die Grünstromquote von Industriekunden, weil der Speicher die Lücke zwischen PV-Erzeugung und tatsächlichem Verbrauch besser schließt. Dadurch entsteht ein zusätzlicher Wettbewerb zwischen der Vermarktung gespeicherten Stroms am Großhandelsmarkt und der Lieferung hochwertiger grüner Profile an Industrie und Gewerbe, ein wichtiger Flexibilitäts- und Attraktivitätsgewinn für PV-Projekte.
Da viele Unternehmen komplexe Produkte und regulatorische Unsicherheiten noch scheuen, setzen wir auf einfache, transparente Co-Location-Modelle mit klaren Werttreibern und fairer Risikoteilung. So senken wir Einstiegshürden und machen den Mehrwert unmittelbar sichtbar.
Parallel dazu bieten wir passgenaue Vermarktungs- und Belieferungskonzepte sowie digitale Tools, die den Zugang zum Markt erleichtern. Besonders hilfreich ist unser Online-Angebots-Konfigurator, mit dem Anlagenbetreiber die Erlöspotenziale unterschiedlicher Vermarktungsmodelle schnell, unverbindlich und transparent vergleichen können und so das Modell finden, das optimal zur eigenen Anlage und Risikostrategie passt. Innerhalb der Steag Iqony Group aus einer Hand.
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